Wer glaubt, dass sich Qualitäts-Audits lediglich auf die Qualität der Produkte beschränken, hat nicht zu Ende gedacht.
Vielmehr gilt die Beurteilung auch den Bereichen, die Voraussetzung für eine optimierte Produktion sind.
Einen besonders hohen Stellenwert hat die DIN-ISO-Zertifizierung bei Zulieferern der Automobilindustrie. Dazu gehören
auch Rahmenbedingungen wie Sauberkeit der Fahrwege und vorschriftsmäßige Markierungen.
Durch den extremen Kostendruck, niedrigere Preise bei besserer Qualität, ist man dort auf einen optimierten Qualitätsstandard angewiesen.
Dabei leiden mittelständische Unternehmen natürlich besonders unter diesem Lopez-Effekt.
Dem Druck, einen möglichst hohen Qualitätsstandard zu erreichen, unterliegt auch die Metallumform GmbH aus Hann. Münden.
Das Leistungsspektrum des mittelständischen Unternehmens reicht von der Beratung bis zur Realisierung hochwertiger Produkte der
rationellen Massivumformung sowie der modernen Zerspanungstechnik.
Mit den produzierten Formteilen, angefangen bei Voll- und Hohlteilen bis hin zu Bund- und Flanschteilen, gehört die Automobilindustrie
mit 95 Prozent des Absatzvolumens zu den Hauptauftraggebern.
Die Produktion ist in zwei Werkhallen aufgeteilt, die Umformtechnik und die Zerspanung. Dort sind etwa 90 Mitarbeiter beschäftigt, die im
3-Schicht-System eine "Just in Time"-Lieferung garantieren. Verantwortlich für den Bereich "Zerspanung" ist Abteilungsleiter Norbert Völksen.
Sein recht komplexes Aufgabengebiet besteht aus Personalführung sowie -planung, der technischen Betreuung, der Beschaffung von Betriebsmitteln und Ersatzteilen sowie der Instandhaltung, also der Wartung von Betriebsmitteln sowie der Reinigung der Produktionsbereiche.
Eine umfangreiche Aufgabe, wenn man bedenkt, dass alleine die Produktionshalle Zerspanung über 4000 Quadratmeter Fläche aufweist. Insgesamt sind zwölf Mitarbeiter an den Instandhaltungstätigkeiten beteiligt, zehn kümmern sich um technische Wartungs- und Reparaturarbeiten, zwei sorgen für die Sauberkeit der Produktionshallen. Nachlässigkeiten kann man sich hierbei nicht erlauben.
Der erste Eindruck zählt
Um also einen optimierten Qualitätsstandard gewährleisten zu können, hat man sich nach QS-9000 und VDA 6 zertifizieren lassen. Als Zulieferer der Automobilindustrie ist das für Metallumform eine wichtige Voraussetzung.
"Beim Qualitätsmanagement spielt vor allem Sauberkeit eine bedeutende Rolle", weiß Norbert Völksen und ist sich seiner Verantwortung in diesem Bereich voll bewusst. "Wenn gewisse Voraussetzungen nicht erfüllt sind, kann auch das eigentliche Produkt, in unserem Fall Präzisionswerkstücke, qualitativ nicht in Ordnung sein", fährt er fort.
So finden in Hann. Münden verschiedene Qualitäts-Audits statt, die jährlich benotet werden. "Das Ergebnis dieser Audits ist ausschlaggebend für unser Auftragsvolumen: Je höher wir qualifiziert werden, desto hochwertiger sind auch unsere Aufträge. Je weiter wir in der Beurteilung nach hinten rücken und der Wettbewerb an Vorsprung gewinnt, desto schlechter stehen die Chancen, Aufträge zu erhalten", betont Völksen.
Der Anlass: Qualitäts-Audit!
Vor einigen Jahren erkannte man den nicht mehr zu akzeptierenden Sauberkeitsstandard des Fußbodens der beiden Produktionshallen.
Auf dem Estrichboden, teilweise bis zu 20 Jahre alt, hatten sich zentimeterstarke Krusten aus den verschiedensten Verschmutzungsarten gebildet: Öle, Reifenabrieb der Flurförderfahrzeuge, festgefahrene Metallspäne sowie anderer produktionsbedingter Schmutz hatte sich im und auf dem Fußbodenbelag festgesetzt. Norbert Völksen erinnert sich noch gut an diesen Zustand: "Unsere vermeintliche Problemlösung, diese Krusten mit unserem damaligen Nassschrubbautomaten zu entfernen, ist absolut fehlgeschlagen. Anstatt die Situation zu verbessern, erzeugte die Nassreinigung einen Schmierfilm, der zur akuten Rutschgefahr für Mitarbeiter wurde." Kein Wunder, da diese extremen Verkrustungen lediglich trocken beseitigt werden können!
So musste neben dem optischen Aspekt hauptsächlich aus Arbeitssicherheitsgründen für dieses Problem schnellstmöglich eine geeignete Lösung gefunden werden. Das Risiko war zu groß, dass Flurförderfahrzeuge über die Transportwege holpern oder rutschen und es im Extremfall zu Unfällen kommt, bei denen neben betrieblichen Einrichtungen schlimmstenfalls auch Menschen verletzt werden können. Nicht zu vergessen die möglichen Folgekosten, wenn zum Beispiel bleibende Unfallschäden bei Mitarbeitern zu den Konsequenzen zählen.
Auch stieß man auf Kritik der Mitarbeiter, die sich über die "Sisyphusarbeit" mit dem Nass-Schrubbautomaten beschwerten. Es wurde zwar täglich mit hohem Zeitaufwand geschrubbt, doch brachte dies nicht das gewünschte Ergebnis.
Es stellte sich also die Frage: Wie kann man möglichst effektiv den Betriebsfußboden entkrusten und einen optimierten Sauberkeitsstandard erreichen?
Als seinerzeit ein Qualitäts-Audit bevorstand und man aus Wettbewerbsgründen das Ziel, möglichst hoch klassifiziert zu werden, erreichen wollte, stand fest: Es muss etwas getan werden!
Der erste Schritt war, einige Informationen über Alternativen einzuholen, dann diverse Maschinen auszuprobieren, um schließlich die optimierte Problemlösung zu finden.

Seinerzeit stieß man auf ein Dienstleistungsunternehmen am Ort:
Sabine Munkelt Umwelttechnik und somit auch auf die kontrarotierende 3-Scheiben-Maschine der Jani-Jack. Die Kooperation der beiden Profis sollte die optimierte Lösung bringen.
Sabine Munkelt erinnert sich: "Wir wurden von Metallumform beauftragt, die Dienstleistung ,Industriereinigung` dort auszuführen. Also haben wir einen dem damaligen Zustand entsprechenden Systemvorschlag gemacht."
Hauptaufgabe in der Zerspanung war die Reinigung der Transportwege, derer man sich im Rahmen einer Wochenendaktion als erstes annahm. Dort hatte sich über der Schmutzkruste bereits eine spiegelnde Ölschicht gebildet, welche zuerst einmal entfernt werden musste.
Zunächst wurde Chem-Sorb, ein feinkörniger, saugfähiger Ölbinder, ausgestreut, um das Öl zu binden. Nachdem dieses Naturmineral das
Öl aufgenommen hatte, wurde das kontaminierte Granulat wieder abgekehrt und in eine bereitstehende Tonne zur Zwischenlagerung gefüllt.
Vorteil ist hier, dass das Material sofort regeneriert und noch mehrfach verwendet werden kann. Von der ersten Ölschicht befreit, konnte nun der Fußboden trocken entkrustet werden.
Eine für alle Aufgaben

Hier kam erstmalig die Triton, eine handgeführte 3-Scheiben-Maschine aus dem Hause Jani-Jack, zum Einsatz. Ihre Technik gestaltete die
Entkrustung problemlos: Ohne großen Kraftaufwand konnte sie bereits nach kurzer Einweisung von jedem bedient werden. Das kann auch
Völksen bestätigen: "Schon nach etwa 30 Minuten waren System und Handhabung der Triton klar, der körperliche Einsatz war verhältnismäßig
gering."
Verantwortlich hierfür ist das sogenannte Kontrarotationsprinzip der Maschine: Drei Reinigungswerkzeuge drehen sich gegen den Antriebsteller,
die Fliehkräfte heben sich auf und Bewegungsneutralität entsteht. Diese 3-Scheiben-Technik zahlte sich besonders auch auf den unebenen
Transportwegen der Produktionshalle aus, da sich ihre beweglich aufgehängten Spezialreinigungswerkzeuge selbst den dortigen
Bodenunebenheiten anpassten und sich die Maschine trotzdem sicher führen ließ. In der Produktionshalle "Zerspanung" reichten gezopfte
Drahtbürsten aus, um die Verkrustungen zu lösen.

Das erste Erfolgserlebnis konnte man nach der Entkrustung auch in Hann. Münden verbuchen. Die zähen Schichten waren zwar entfernt, doch
war in den porigen Estrichboden Öl eingezogen, welches nun sichtbar wurde. Ein nicht nur hässlicher Anblick, sondern vor allem eine
erhebliche Gefährdung der Arbeitssicherheit. Doch auch für dieses Problem hatte
Munkelt Umwelttechnik die Lösung:
D2000, ein phosphat- und lösemittelfreier Flüssigreiniger, wurde auf den Fußboden aufgesprüht und wirkte dort einige Zeit ein, um den
Effekt zu intensivieren. Seine Wirkung beruht auf biochemisch / physikalischen Effekten und ist somit umweltgerecht.
D 2000 geht in die Tiefe und holt bereits eingedrungene Kohlenwasserstoffe wieder an die Oberfläche.
Anschließend wurde das gleiche Mittel in den Tank der Triton gefüllt, die Drahtbürsten wurden gegen Kunststoffbürsten ausgetauscht und der
Reiniger werde gründlich in den Fußboden einmassiert. Die dadurch an die Fußbodenoberfläche geschwemmte Schmutzflotte aus Ölen und Fetten
konnte einfach mit einem Wassersauger aufgesaugt und später über den Ölabscheider entsorgt werden. Um den nassen Boden anschließend zu
trocknen, streute man das Granulat Chem-Sorb wieder auf.
Nachdem es dann abermals abgekehrt wurde, verbannte man es in Tonnen, um es dann ordnungsgemäß zu entsorgen.
Extremeinsatz
Nachdem das Reinigungsergebnis nach Aussagen Völksens äußerst zufriedenstellend war und selbst die Farbmarkierungen auf den Transportwegen
wieder sichtbar waren, widmete man sich dem nächsten Problem, der Entkrustung der Umformhalle mit deren Verladerampen.
Ein wahrer Härtefall! Denn auch dort hatte sich mit der Zeit eine harte, zerklüftete Schicht verschiedener Verschmutzungsarten aufgebaut.
Um Herr der Lage zu werden, wurden Widiastahl-Räder unter der Triton angebracht, zusätzliche Gewichte von bis zu 50 kg aufgesetzt und
kontinuierlich Schicht für Schicht entfernt. Obwohl festgefahrene Metallspäne zu den anderen Verschmutzungen hinzukamen, meisterte die
Reinigungsmaschine auch diese Hürde problemlos.
Test bestanden
Als die Mitarbeiter montags die grundgereinigten Produktionshallen vorfanden, trauten sie ihren Augen nicht, angesichts der kaum
wiederzuerkennenden Böden. Auch Norbert Völksen zeigte sich zufrieden: "In diesem Zustand konnten wir beruhigt dem anstehenden
Qualitäts-Audit entgegenblicken: Der mit Hilfe der Triton erreichte Sauberkeitsstandard ist sicherlich eine gute Grundlage für die
Qualität unserer Produkte und kann sich nur positiv auf unser zukünftiges Auftragsvolumen auswirken. Diese Wochenendaktion hatte sich für
uns also sehr gelohnt."